Ernst Schmid Elektronik München:


        Der legendäre Thorens  TD 150  -  oder doch eher  nicht?
 Wenn Sie ein Freund  des TD 150 sind - und starke Nerven haben - lesen sie meine Kritik hier:  Thorens TD150 und TP 13 Kritik

        Das werden keine Pievox -Produkte werden, nur Informationen.

Da ich keine wirtschaftlichen Interessen verfolge, kann ich rein an der technischen Realität schreiben und
muß keinen High End Bullshit verfassen.

Mythen kann ich als reine Glaubenssätze ohne Wert darstellen.


- Sind  auf der Platte wirklich Frequenzen  über  20kHz aufgenommen ?
 
- Hier habe ich meine Meinung über die Rumpel-Filter  zusammengestellt   Rumpel-Filter erforderlich oder nicht ?
- Dieser Artikel beschäftigt sich mit der RIAA Kennlinie   RIAA Realität 

- Über die "normalen" Abtast-Verzerrungen bei der Phono Technik.
Ich bemühe mich um eine einfache Darstellung ohne math overkill.
Denn das,  was der Platten-spielende Audio-Freund wissen möchte, ist nicht das klitzekleinste Detail,
    sondern  wie die ganze Sache funktioniert - und warum das so ist und nicht anders.

Eventuell werden auch ein paar Glaubenssätze angegriffen wie:

Je genauer die RIAA Wiedergabeentzerrung eingehalten wird, desto besser der "Klang",

        weil es ja dann wie das Original bei der Aufnahme klingen muß.


Dieser Mythos läßt völlig außer Acht, daß auch das Tonabnehmersystem ein Eigenleben hat,
    und mit Sicherheit kein "idealer Schnellewandler" über den Frequenzbereich ist, sondern mit Dämpfungen und Resonanzen behaftet ist.

Man sollte überhaupt keine resonanzanfälligen Strukturen mit Sinustönen messen.
Wer je seinen Höraum mit Sinustönen beschallt hat, weiß was ich meine. Da kommt nichts gescheites raus,

Sinustöne sind nur eine Krücke für Messungen, sie haben mit Musik so gut wie nichts zu tun.
Da ist Rauschen schon mehr an der Musik-Realität.


Nachdem ich wieder mal auf eine Rausch-Debatte gestoßen bin,  und mir die Argumente mit dem Widerstandsrauschen
und der Schaltungstopologie  (Gegenkopplung parallel oder Seriell, EQ Passiv  oder 2 Stufen) SEHR suspekt sind,
dazu KEINER der Diskutanten je MESSERGEBNISSE vorlegte, die Argumente bewegen sich also frei schwebend im Raum der Theorien.

Dann mess es doch mal, was da rauscht !
Meßplatte  8cm/s 1kHz als 0dB Wert  
Thorens TD 125
Pickup Shure M97 xE in SME 3009 

Verstärkerrauschen gemessen mit Kjaer 2429 Psophometer mit Filter / Weighting
Filter Fremd / RMS  - 69dB   ganz gut
Filter  nach CCITT P53  / RMS  - 72dB   auch sehr gut
Filter CCIR 468 / Qpeak  - 63,5dB   war zu erwarten

Die Absolut -Meßwerte sind nicht vergleichbar *) mit dem was andere Messen,
- wenn sie denn überhaupt Messen - aber die Relationen dürften gleich sein von Leerlauf-Ruhegeräusch - gegen Abtast-Geräusch.

Und dann mit Platte :  Leer-Rille der DHIFI Platte

Gemessen mit Kjaer 2429 Psophometer mit Filter / Weighting
Bezogen  auf 8cm/s   = 0dB
Filter Fremd / RMS  keine verwertbare Anzeige durch irgendwelche Resonanzen wedelt der Zeiger
Filter  nach CCITT P53  / RMS  - 46 dB  holla !  aber das ist es !
Filter CCIR 468 / Qpeak  - 36 dB   und das auch
war zu erwarten, das Abtastgeräusch ist also konzentriert im Filterbereich um 5..10kHz

Differenz (das Abtastrauschen)
Die Meßergebnisse sind ernüchternd   für Standard Vinyl. 
CCITT P53  RMS   + 26 dB 
CCIR 468 / Qpeak + 27,5 dB

Nehmen wir an, daß extrem leises Vinyl  noch mal 10dB darunter liegt , sind es immer noch  16dB  RMS die aus dem Nadelgeräusch stammen.

Resumee  Das Verstärkerrauschen geht total unter im Kratzen in der Rille.
Es spielt beim Abspielen einer Platte  aber auch überhaupt keine Rolle mehr.

Man fragt sich schon:
Was soll das Frickeln und Suchen nach noch rauschärmeren Transistoren  und Op Amps.
Das Ruhegeräusch ist doch sekundär, denn letztendlich - wenn man Musik hören will - kratzt die Nadel in der Rille .


*) Ich verwende keine Standard - RIAA, sondern habe den Frequenzgang justiert nach Meßplatte.


Und noch einer:

Über die "normalen" Abtast-Verzerrungen bei der Phono -Technik.

Daß diese einfache Technik nicht mit 0,01 % kommen kann, war mir schon klar.

Ich habe lange gesucht bis ich eine Nummer gefunden habe, die Hersteller veröffentlichen
das ja nicht, denn es paßt nicht in den 0,001 % Vorstellung und dem Mythos des "guten warmen Analogklangs"

Wer starke Nerven hat, der kann sich mal die Meßwerte der Abtast-Verzerrungen des Shure  M75-6  und -E  durchlesen.

Dazu suchen über Google  nach  "TECHNISCHE DATEN Shure M 75-E Shure M 75-6"
Der Link zum fonoforum  ist das PDF

Da fragt man sich dann schon, was das mit den 0,01% des Phon Pre Verstärkers dann noch verbessern soll.

Eine erweiterte Betrachtung mit eigenen Messungen finden Sie in diesem  pdf:



Sind  auf der Platte wirklich Frequenzen  über  20kHz aufgenommen ?

Es wird oft angenommen und behauptet, auf der Vinyl-Platte wären Frequenzanteile über 20kHz.

Die Realität ist das aber - außer bei den Quadro-Platten - eher nicht, und zwar aus mehreren Gründen:
Mikrofone haben einen begrenzten Frequenzgang.
Im Aufnahmerecorder der einzelnen Micro-Kanäle und im Master-recorder ist eine Frequenz-Bandbegrenzung (Tiefpaß-Flter),
um möglichst wenig Interferenz mit der Bias-Frequenz entstehen zu lassen.

Weiter:
In der Plattenschneidemaschine ist zum Schutz des Schneidkopfes der Frequenzgang und die maximale Schnelle begrenzt.

Meine Messungen von Spektren der Plattenwiedergebe haben mir auch bei "modernen" Platten KEINE musikalisch wichtigen
Anteile über 18kHz angezeigt. Das sind entweder Oberwellen oder Abtastgeräusche.
Das Meßsystem wurde vorger per Meßplatte im Frequenzgang geprüft, hier waren die Frequenzen 10kHz... 20kHz
zwar etwas wellig +/- 2dB aber im Pegel korrekt angezeigt.

Real heißt das:
Auf den veröffentlichten Musik-Platten endet das Kangspektrum zwischen 15kHz und 18kHz.
Wenn im Spektrum Anteile über 20kHz erkennbar sind, dann ist das Abtastrauschen.
Also  auch so ein Mythos 





Weitere Texte über die Berechnung  von Schallplatten-relevanten Daten:
 
Berechnungen um die Schallplatte Teil 1
Themen
Berechnung der RIAA auf der Meßplatte
Schnelle, Auslenkung / Amplitude  und Frequenz
Ein reales Pickup ist KEIN idealer Schnellewandler

Berechnungen um die Schallplatte Teil 2.pdf
Themen
Berechnen des Pegels aus einer geschnittenen Rille mit bekannter Auslenkung

Berechnungen um die Schallplatte Teil 3
Themen
Berechnen der Schnelle bei hohen Frequenzen
Berechnen der  Amplitude der geschnittenen Rille
Berechnen der Wellenlänge auf der Platte