Ernst Schmid Elektronik München:
            Reparaturtips  für Revox-Geräte
  

 
   Allgemeine  Tips zum Reparieren alter Geräte:

    Vorsichtsmaßnahmen:
    Elektrische Geräte sind keine Bastelkästen für Laien. Hier lauern erhebliche Gefahren, da die Geräte für den
    Service durch Fachkräfte vorgesehen sind. Spannungsführende Teile sind evtl. NICHT geschützt oder abgedeckt.
    Deshalb:
    Nie in Geräten unter Spannung arbeiten.
    Immer auch die ESD-Probematik im Hinterkopf behalten, d.h. technisch sauber arbeiten.
    Muß im eingeschalteten Gerät gemessen werden, ist es besser, an schlechtzugänglichen Meßpunkten
    erstmal im ausgeschalteten Zustand temporär eine Leitung anzulöten, dann erst einschalten und an der Leitung messen,
    anstatt durch einen Kurzschluß mit der Meßspitze Schaden im Gerät zu setzen.

    Gleichrichter und Brückengleichrichter aus Einzeldioden
    Im Netzteil zur Minderung des Abschaltburst jede Diode mit 10nF evtl. auch 0,1u genügender Spannungsfestigkeit
        direkt an den Anschlüssen der Gleichrichter die Dioden überbrücken.

    Elkos (Aluminium und Tantal)  ersetzen
    Am einfachsten erkennbar und meßbar sind totaler Kapazitätsverlust und Kurzschluß.
    Schwieriger zu erkennen sind erhöhte Werte des Restwiderstandes und Leckströme im 10 -100uA Bereich.
    Die Folge: An Schaltern treten Knackstörungen auf und Arbeitspunkte der Schaltung verschieben sich.
    Aber Achtung:
    Manche Schaltungen sind kapazitiv belastete Emitterfolger, die nach dem Einbau neuer Kondensatoren schwingen, da die
    neuen Kondensatoren (audio grade) geringere Rest-Induktivität besitzen und deshalb die Emitterfolger instabil werden.
    Die Leiterbahnen wirken wie gedruckte Spulen und je nach Anregung werden Brummbursts erzeugt, die dann
    in anderen Schaltungsteilen gleichgerichtet werden und zu Brumm- und Knister-Störungen werden.

    Kondensatoren mit höherer Kapazität einbauen?   Hier muß man wissen, was man macht.

    Im Netzteil erzeugen höhere Kapazitäten  größere Stoßströme für die Gleichrichter, damit höhere Ströme in den Leiterbahnen.
    Was - entgegen der Theorie - dann sogar zu erhöhtem Brumm führen kann durch den Spannungsabfall, den die größeren Ladestromspitzen erzeugen .



Auf  manchen Internetseiten von selbsternannten "Profis"  wird mit blumigen Sprüchen zur Vergrößerung der Ladekondensatoren geraten.
" .. mehr Bass-Fundament  und Bühne - Blahblah..."

Tatsache ist, und das kann mit dem hier erwähnten Link nachgeprüft werden, eher eine Gefährdung des Gleichrichters und des Trafos verbunden.
Auch die Elkos selbst werden durch die Stoßströme beim Einschalten nicht gerade geschont.
Aus technischer Sicht ist also von der Vergrößerung der Ladekondensatoren abzuraten.

Auf der Site   http://www.changpuak.ch/electronics/power_supply_design.php   finden Sie ein Simulationsprogramm für Netzteil Gleichrichter.




Hier kann man  z.B.  zur Simulation des Revox A50/A78  Netzteils  die Werte anpassen:
Trafo  sec 60V , 3A 
Last: 400 Ohm
Storage Cap:  (original sind  2x 5000uF in Serie  = 2500uF)    und mit "Calculate" das Diagramm erstellen lassen.
Man erkennt den Einschalt-Stromstoß  ca. 17A  für die erste Halbwelle

Und jetzt mal nur die Ladekondensatoren auf  2x 10.000uF in serie  = 5000uF vergrößern
Man erkennt : Der Einschalt-Stromstoß  vergrößert sich auf ca. 27A .
Das muß der Gleichrichter leistungsmäßig wegstecken, (2,2A-Typ !! )
und der Trafo ist sicher in der Sättigung der Kernbleche.
Auch am flacheren  Anstieg der Gleichspannung über 3 Sinuswellen erkennbar, daß hier mehr gearbeitet werden muß.




Und wofür?

Für ein Versprechen des besseren "Bass Fundaments".
Meine Meinung dazu:
Wer Derartiges verbreitet, hat die Funktion eines Verstärkers nicht verstanden.
Oder verfolgt ein rein kommerzielles Interesse des Verkaufens, und nimmt die Beschädigung der Kundengeräte in Kauf.


    Folienkondensatoren:
    Auch diese altern und können sowohl Kapazität verlieren - als auch höhere Kapazitätswerte annehmen.

    Da man die Kondensatoren in der Schaltung kaum messen kann, lötet man zum Messen den Kond. aus.
    Dabei kann es passieren, daß der Kondensator durch die Hitze des Lötens "geheilt" wird, indem
    Anrisse der Beläge wieder kontaktiert werden. Beim Messen verhält er sich dann kurzzeitig normal.
    Wird er wieder eingebaut, kann nach einiger Zeit der alte Riß wieder wirksam werden.
    Besser also ersetzen durch gleichen Wert.

    Transistoren und IC´s ersetzen:

    Das kann ins Auge gehen.

    Denn, obwohl nach Datenblatt die modernen Halbleiter  vergleichbar oder "besser" sind,
    können dadurch Effekte auftreten durch das Schaltungs- und Platinenlayout die darauf nicht vorbereitet waren.
.   Dann schwingt die Schaltung auf hoher Frequenz (bis in den MHz Bereich)
und ist nur mühsam zu beherrschen.
 
    Die Folge: An Schaltern treten plötzlich Knackstörungen auf und Arbeitspunkte verschieben sich.
    Spannungsregler benötigen keramische Kondensatoren (0,1uF) direkt am Eingang und Ausgang,
    OPs ähnliche  Kondensatoren über die  +V und -V Eingänge.




Revox Verstärker  A50
Fehler: leises Brummen auf einem Kanal

Vorsorglich wurden
die Elkos auf beiden Endstufen erneuert, aber ohne Erfolg.  Übrigens waren alle Kapazitätswerte
noch in der Toleranz!   Auch die Potis zu Einstellung des Ruhestromes und der Mittenspannung wurden ersetzt.

Auffällig war, daß sich bei der brummenden Endstufe der Ruhestrom nicht mehr richtig einstellen ließ.
Aus der Minimalstellung sprang der Ruhestrom sofort auf über 100mA.

Die Ursache für dieses Verhalten ist, daß die Endstufe schwingt, wenn die Leistungstransistoren durch den Ruhestrom in den
Verstärkerstromkreis eingebunden werden. (Phasenrand usw.)

Die Endstufenplatine war aus einer sehr frühen Serie, Printmaterial Epoxy, Stempel  1971

Deshalb fällt mein Verdacht auf die vier roten WiMA 0,1 uF und tatsächlich, einer der Wima´s hatte 97% Kapazitätsverlust: 3,3nF statt 100nF-  
offenbar ist die Kontaktfläche abgerissen.

Nach dem Ersetzen der Wimas - vorsorglich alle vier - ist die Endstufe wieder sauber, Ruhestrom und Mittenspannung lassen sich einwandfrei einstellen.


          Tonbandgeräte
          

           Allgemeiner Service       

       
                               Köpfe Putzen

                              Hier ist ein Film zu sehen:  http://www.revox.name     

So geht es mit Sicherheit nicht.!! 
Nach dieser Behandlung ist die Justage mit einem Justierband zur Spalteinstellung nötig.
Wer die Köpfe so hart anpackt, der schafft sich ein Problem ......

Machen Sie sich klar: Die aufgenommene Wellenlänge bei 19cm/s = 190mm/s beträgt bei 10 kHz  19um !!
Der Kopf soll aber mindestens 36 Grad genau stehen, d. h. 1/10  der Wellenlänge,  macht  1,9um.

 Damit ist klar, daß das mit dieser Kopfputz-Methode nicht zu erreichen ist.

Also ohne den Kopf nicht seitlich anfassen, nur mit "sanftem" Druck in der  Bandauflagerichtung putzen.

    
                          Köpfe entmagnetisieren:


Ich rate vom zu vielen Herumfummeln mit einer Drossel an den Köpfen ab.
Die im Handel erhältlichen Drosseln sind für den, der damit umgehen kann
verwendbar, aber OPTIMAL sind die nicht.
     Womit können magnetisierte Köpfe festgestellt werden? 
      Diese Frage wird oft gestellt.
      Früher gab es von Agfa ein sogenanntes Sprossenband - oder auch
      Symmetrierband genannt, bei dem die Magnetschicht nicht linear, sondern
      als Querstreifen mit Unterbrechungen aufgebracht war.
      Dieses Band ist aber nicht mehr erhältlich, damit bleibt nur im Zweifelsfall die 
      Köpfe zu Entmagnetisieren.
      Der eigentliche Zweck des Symmetrierbandes war, bei den Vormagnetisierungs-
      generatoren (noch mit Röhren) deren Unsymmetrie
auf geringstes Geräusch-Rattern
     
auszutrimmen.  Daher der Name.


  
 
Die ganz optimale Drossel ist die von AMPEX mit den beiden gebogenen Polschuhen.
  Damit kommt man überall hin, auch bei der A77!
  Betrieben wird die Drossel idealerweise an einem Regeltrafo.

  Drosseln dieser Art wurden auch von Studer verwendet.

  Das Entmagnetisieren geht dann folgendermaßen:
  Mit dem Regeltrafo in Stellung Null plaziert man die Drossel vor den Kopf.
  Dann wird der Regeltrafo langsam hochgefahren, und dann wieder langsam auf Null gedreht.
  Weiter gehts zum nächsten Kopf oder was immer entmagnetisiert werden soll,
  Regeltrafo langsam hochfahren .... und dann wieder langsam auf Null ...........
    

       Die Polschuh-Spitzen sind mit einem Stück Silikonschlauch
       gegen direkte Berührung des Kopfspiegels geschützt

     

   

    

Kann man beim Entmagnetisieren etwas beschädigen?


Ganz wichtig ist es, unbedingt auf wackelfreie Steckkontakte zu achten.
Denn jede Unterbrechung des Netzkontaktes während des Entmagnetsierens
führte zum Gegenteil - die Köpfe würden magnetisiert.




Kann das Tonbandgerät durch das Entmagnetisieren beschädigt werden?


Gemessene Werte  an einem Revox Zweispur  Wiedergabekopf:
 mit  Ampex Drossel  150mV,  mit Akay Drossel AH-9  bis 300mV 

Also kein Grund zur Unruhe.


          Reparaturtips für Revox Tonband Geräte

    RIFA Kondensatoren - die Zeitbomben

        Der spektakulärste Fehler, der die Studer Geräte befällt, ist der Abbrand der Rifa Kondensatoren.
        Das ist schon schrecklich wenn es plötzlich knallt und bretzelt, raucht und stinkt.
        Da kommt Angst auf.

       
Der Ersatz ist meistens einfach.
Wobei man noch unterscheiden muß - ist es ein echter  X2 Fall, also der Kondensator über der Netzleitung, oder
 wie in der A77  als Funkenlöscher über den sekundärseitigen  Relaiskontakten
oder über dem Capstan-Regeltransistor.
Wenn der Rifa 
über dem Capstan-Regeltransistor durchschlägt , geht nur die Motorgeschwindigkeit auf maximale Drehzahl.
 Der Rifa wird nicht mal erkennbare Spuren haben außer Rissen.
Im Falle der
A77  Funkenlöscher-Rifas laufen die Wickelmotoren mit voller Kraft an  und der serielle 4,7 Ohm Widerstand wird verbrennen.


        A77 Tonband-Gerät

                ACHTUNG,
Wenn die A77 aus dem Gehäuse genommen wird, ist die Netzversorgung unterbrochen!
                Ich empfehle, um dennoch das Gerät in Betrieb zu nehmen, den Sicherheits-Brückenstecker aus dem Gehäuse
        auszubauen und in den Sockel einzustecken.

        D
ie nötige Sorgfalt beim Arbeiten an der Maschine, die am Netz angeschlossen ist, wird aber dann  vorausgesetzt!
        Also immer dran denken, es könnte irgendwo eine offene Kontaktstelle sein.
        Z.B.  am Netzschalter. Habe schon öfter Leute ganz furchtbar schimpfen gehört,
        weil die Kontakte nicht abgedeckt sind  bei der B77.

  
            Steuer-Elektronik

    Was oft vorkommt:

    A77   Die Bandlauffunktionen sind nur aktiv, solange auf die Taste gedrückt wird.
                Ursache:  Der Blindstecker (am Remote-Anschluß) fehlt   oder  ein Fehler in der Band - Endabschaltung

    A77  Band-Endabschaltung reagiert nicht:    Lämpchen prüfen und ersetzen

    A77  Band zeigt Schlaufenbildung rechts vom Capstan beim Start  von Play oder Record:
            Besonders bei Verwendung von Alu Spulen und voller Spule rechts
            Ursache:   Der Startkick der Aufwickelspule  ist zu kurz oder fehlt ganz. 
                Den  500uF - Elko auf der Steuerungsplatine checken auf  Kapazitätsverlust


    A77 Allgemeine Funktionsstörungen:
             Die Relais-Kontakte sind evtl. oxidiert
             Relais versuchsweise vertauschen oder gleich erneuern




            Allgemeiner Service  Mechanik  A77
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    Zählwerk geht nicht  - > 
Riemen ersetzen nach Anleitung im Service Manual 
    Zählwerk klackert      - > Schmierung der Kunststoffteile  mit weißer Paste, aber evtl. hat sich auch der Kunststoff verzogen,
                                                    dann hilft nur Auswechseln  - oder  - radikal - Riemen abhängen, wenn das Zählwerk nicht benutzt wird.

    Netz Einschalt-Anzeige Lämpchen ersetzen  durch LED
Mir persönlich gefällt es besser, wenn im Originalzustand ein Lämpchen eingesetzt war, wieder eines einzusetzen. Halten meistens 10Jahre.
Eine LED hält natürlich länger, erfordert aber etwas Umbau durch einen Vorwiderstand, der im Leitungszug eingelötet werden muß.
Als Nebeneffekt kann auftreten , daß z.B. wenn eine A77_Mute eingebaut ist, die auf die Verhältnisse einer Standard-A77 ausgelegt ist,
daß die Plop-Unterdrückung beim Abschalten zu spät kommt,  weil die Last auf der 24V Leitung zu klein ist.
Dann muß man nachhelfen und eine reine Last 2x 1,2 k  1W  parallelgeschaltet einbauen, um das Entladen des 24V Netzteil-Elkos zu beschleunigen.

    Anzeigeinstrumente und Lämpchen ersetzen    wird noch ergänzt

    Bremsen, Zugkraft prüfen / messen   
wird noch ergänzt

    Wickelzug zu schwach: 
Evtl. MP Motor-Kondensatoren auf Kapazität prüfen / messen
            
evtl. vorher  Motor Zugkraft prüfen / messen   
            
Meßwerte hier   Technische Details

    Kugellager an der Aufwickelseite des Kopfträgers:
Ist Geschmacksache, im Originalzustand nicht vorgesehen.


    Kugellager der Wickelmotoren ersetzen 
ist schon eine Arbeit, die mehr Fachwissen und Werkzeug voraussetzt.
        Meistens ist der Tausch mit gebrauchten Wickelmotoren, die noch besser in Schuß sind, der einfachere Weg.


    Capstan Gleitlager Ölen
        Obwohl nach Service-Anleitung "auf Lebensdauer geschmiert"  ist zu bedenken, daß die Capstan Motoren 
        sicherlich nicht auf 20, 30 oder 40 Jahre geschmiert wurden !!!

         Wer nicht schmiert, der ruiniert das Capstan-Gleitlager nach einiger  Zeit des Trockenlaufs.
        Zumindest erhält er ein deutlich reibendes Geräusch.  Wer s mag.....  Ich tu lieber ein paarTropfen PDP 65  rein.

        Aber auch hier VORSICHT!  Es gibt Studer Capstans mit rotem Aufkleber, die sind bei der Produktion mit
        einem anderen Öl getränkt worden. Für diese Capstanlager  kein PDP65 verwenden !!!!!




        Revox  B77 Tonband-Gerät

      Steuer-Elektronik  Tape drive control

      Fehlerbilder:
                        sporadische Aussetzer in der Steuerung,  seltsames Verhalten  bei der Anwahl der Bandlauffunktionen
                        oder  rhythmische (Knack) Störungen bei der Aufnahme oder sirrendes Geräusch


     
Ursache ist  möglicherweise ein Schwingen des 5V - Emitterfolger- "Reglers" für die Tape drive Control-Logik.
 Nach geltender Lehrmeinung  ist ein "Emitterfolger" anfällig für Instabilität und HF Schwingungen, wenn er kapazitiv belastet wird.  (*
 Das ist auf der  "Tape drive Control Platine" der Fall durch den 100uF Kondensator über dem 5VAusgang am Emitter.
 
Begünstigt  werden kann die Instabilität, wenn auf der "Tape drive Control Platine" die Elkos  gegen höherwertige Typen
    mit geringem Restwiderstand ESR ersetzt wurden.

Der BD BD135 / BD137 / BD139  ist bereits latent instabil, man erkennt mit dem Oszilloskope am Knoten des 100 Ohm -Kollektor die
Schwingfrequenz des  Bandbewegungsabtasters, wenn die Abtastspule über dem Loch im Wickelmotor steht.
     Dieses Einschalten des Bandbewegungs-Oszillators kann sich durch rhythmische Knackgeräusche im Audiokanal bemerkbar machen.

(* Interessanter Artikel in Englisch über die Stabilität von kapazitiv belasteten Emitterfolger-Schaltungen:
Die letzten beiden Seiten von  http://www.hpl.hp.com/hpjournal/pdfs/IssuePDFs/1966-04.pdf.

       Abhilfe durch Einbau eines 100nF Kondensators zwischen Kollektor und Basis des BD135 / BD137 / BD139.
      
           Hat schon mehrmals funktioniert.     Bilder der Einbaulage  des 100nF  Kond  unten. 
 
Oszillogramm der HF Pakete am Knoten 100 Ohm-Koll. BD 139 
Funktion Play oder Record  
Oszillogramm am Knoten 100 Ohm Koll.BD 139 
Funktion stop   
Abtastspule über dem Loch im Wickelmotor





B77 Tape Drive Control  Version 13 
Einbau des 100nF auf der Lötseite
B77 Tape Drive Control  Version 14
Einbau des 100nF auf der Lötseite


     Auf die Frage : Weshalb hat man bei Revox das nicht  eingebaut?
               
Ich denke, es war nicht einfach eine Sparmaßnahme. Das Wissen und die Gefahren durch Alterung - und im Laufe der Produktion schnell technisch "besser"
                werdende Komponenten waren einfach in dieser Zeit nicht vorauszusehen. Das Wissen der Ingenieure war ja einige Jahre alt und evtl. noch aus der Röhrenzeit.

                Und die Jungen, die haben andere Fehler gemacht, wie an den Revox - Geräten  A50, A722, und B251 dokumentiert ist.
                Insofern - einfach das Wissen unserer Zeit anwenden  - und gut ist es. 
      

      Weitere Verbessung der Stabilität bei Geräten der ersten Serien mit
78M20  
      
  ist das Abblocken des integrierten Spannungsreglers  78M20 auf der Netzteilplatine mit 10uF Elkos (zumindest 100nF Kerkos )
        an Eingang und Ausgang des
78M20  gegen den Mittelpunkt-Anschluß.


Netzteil  78M20  mit Abblock-Kondensatoren


      

       Wer es noch weiter treiben will
      
10nF Kondensatoren über den Dioden des Gleichrichters dämpfen die Strom-Abrißschwingungen der Silizium Dioden

       

           
        Audio Elektronik


            Einmessen: Die hohe Schule - oder doch nicht?
                Einmessen ist erforderlich,

                1. 
durch Alterung und Kopfverschleiß eine Nachjustierung erforderlich ist.
                2. 
wenn die Tonband-Maschine für ein neues Bandmaterial optimal eingestellt werden soll,

                Für den  ersten Fall, besonders wenn der Wiedergabe-Kopf oder -Verstärker angegriffen wurde,
                    benötigt  man ein Band zur Spalteinstellung und ein Band mit Referenzpegel  z.B. für Revox  257 nWb/m    (gesprochen: Nanoweber pro meter)
                    und einige Meßgeräte, z.B  ein gutes altes  mV-Meter mit  Zeiger und ein Oszilloskop  für die Darstellung der Lissajou Figur bei der Spalteinstellung.
                    Statt Oszilloskop kann auch ein PC mit guter Soundkarte und entsprechendem Programm (z.B. Audiotester ) verwendet werden.
                    Es ist jedoch keine definierte Ausgangsspannung einstellbar, da meistens die Soundkarten nicht calibriert sind.

                Im  zweiten Fall ist  kein Meßband erforderlich, nur eine Rolle des Bandes, das verwendet werden soll
                    und  auch die oben erwähnte Meß-Ausstattung.

               
                Ein Anleitung habe ich hier verfaßt:  frequenzgang-messen

                Ein interessanter  Beitrag  zum Thema  Reparatur  bei A77/B77 Frequenzgangsdifferenzen 25k Pot statt 20k  war leider
                            ( http://forum2.magnetofon.de/showtopic.php?threadid=9944&pagenum=2 )  der Link ist das Opfer des Serverumzugs geworden. 



            A77  Verstärker Elektronik

                    Elkos ersetzen: Kann man vorbeugend machen.  Zwei meßbare Fehler können auftreten :  Kapazitätsverlust und erhöhter Leckstrom.
                      Äußert sich in Schalterknacken  beim Umschalten Input - Tape

                    Trimpotis der Verstärkerkarten ersetzen: Kann erforderlich sein, wenn man neu einmessen will, oder die Wiedergabe justiert werden soll.
                    Dann gehen oft die Potis kaputt, der Schleifer bricht ab.


                    Dann muß ein Ersatz eingelötet werden, und sinnvoller Weise die Maschine erst  wiedergabeseitig eingestellt ,
                    und
dann die Aufnahme eingemessen werden. 
                    Auch hier gilt vorab : Köpfe putzen




            Allgemeine Verstärkerprobleme

            Knackser in der Stereoanlage wenn der Kühlschrank oder andere Elektrogeräte schalten.
                    Ursache: Ein nicht beabsichtigter Rundfunkempfang

                    Als Antenne wirken z.B. die Lautsprecherleitungen parallel zu Stromleitungen an der Wand.
                    Die Induktivitäten und Kapazitäten der Frequenzweichen selektieren ein Frequenzband.
                    Die Schaltfunken sind Hochfrequenzwellen und werden verstärkt durch breitbandige (High End) Verstärker
                    und die Demodulation erfolgt irgendwo an einer Halbleiter-Diodenkennline, und schon ist der Knackser hörbar.

                    Abhilfe eigentlich nur durch erfahrenen Techniker möglich, der am Ort die einzelnen Fakten austesten kann.
                    Ob Netzfilter wirken - ist eine Frage der Störpfade.


            Radioempfang auf Phono, besonders am Abend
                     Problem mit der Abschirmung und Masseführung vom Plattenspieler zum Phono-Eingang des Verstärkers


            Brumm beim Anschluß des Tuner an eine Gemeinschafts-Antennenanlage: besonders in Altbauten

                    Ursache: Das Schutzleiterpotential (Abschirmung des Antennenkabels) der Gemeinschafts-Antenne führt entweder eine
                    kleine 50 Hz-Spannung oder der Schutzleiter der Steckdose der HIFI Anlage ist "nicht sauber".
                    Bereits eine kleine Spannung von 0,xx Volt kann erhebliche Ströme in die Masse-Verkabelung der HIFI Anlage
                    einspeisen und damit einen hörbaren Brumm bewirken!

                    Abhilfe: Galvanische Trenung der Antennen-Abschirmung von der Masse der HIFI Anlage durch
                    a. Mantelwellenfilter in der Antennenleitung
                    b. Anschluß der Abschirmung des Antennenkabels über einen Kondensator
                    c. Ankopplung der Antenne über HF-Trafo


        Schalter-Kontaktflächen reinigen  (Warnung !)

            Nie
dem Tip folgen und mit einem Glasradierer die Kontaktflächen  bearbeiten.
            Die Goldauflage ist nur hauchdünn und wird mit dem Glasradierer sofort abgescheuert.
           mein Tip: Gold-Kontaktfläche mit  "Kontakt Gold 2000" dünn einsprühen und abreiben - und fertig.



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